Cosmos Datenstudio: Von Gebäudedaten zu Betriebsanalysen und Energieberichten
01.10.20264 Min.

Cosmos Datenstudio: Von Gebäudedaten zu Betriebsanalysen und Energieberichten

Ein Messwert ist noch keine Erkenntnis. Und eine Sammlung von Diagrammen ist noch kein Energiebericht. Wer mehrere Gebäude und technische Anlagen betreut, muss Verbrauchsdaten in einen Zusammenhang bringen: Welcher Zähler gehört zu welchem Gebäude? Wie entwickelt sich der Verbrauch? Welche Betriebswerte helfen bei der Einordnung? Und welche Ergebnisse gehören in den nächsten Gebäude-Energiebericht?

Das Cosmos Datenstudio hilft dabei, Kennzahlen, Zeitreihen und Vergleiche zu wiederverwendbaren Auswertungen zusammenzustellen. Diese Auswertungen unterstützen sowohl die laufende Betriebsanalyse als auch die Vorbereitung regelmäßiger Energieberichte.

Auswertungen für konkrete Betriebsfragen

Im Datenstudio lassen sich Auswertungen zu Gebäuden, Anlagen und Medien anlegen und aus mehreren Blöcken aufbauen. Beispiele sind Auswertungen zu Wärme- und Kälteübergabestationen, Gebäudeverbräuchen, Vor- und Rücklauftemperaturen sowie zur Prüfung von Messwerten und Zählerständen.

Statt Daten für jede wiederkehrende Frage erneut zusammenzusuchen, kann ein Team eine passende Auswertung aufbauen und später wieder aufrufen. Gebäudebezug, Messgrößen und Struktur der Analyse bleiben dadurch nachvollziehbar.

Cosmos Datenstudio mit mehreren Diagrammen zu Wärmeverbrauch sowie Vorlauf- und Rücklauftemperaturen verschiedener Gebäude
Wärmeübergabestationen im Überblick: Eine Auswertung bündelt Verbrauch und Temperaturen mehrerer Gebäude.

Beispiel: Kälteverbrauch im technischen Kontext

Die Beispielauswertung verbindet für ein ausgewähltes Gebäude den Kälteverbrauch mit Vorlauf-, Rücklauf- und Delta-Temperatur. Sie zeigt die Werte im zeitlichen Verlauf, ordnet das Gebäude auf einer Karte zu und listet die verwendeten Zähler mit ihren Sensorrollen auf.

Auswertung einer Kälteübergabestation mit Verbrauchs- und Temperaturverläufen, Gebäudekarte und Zählerliste
Kälteverbrauch im Kontext: Zeitreihen, Gebäudekarte und Zähler mit ihren Sensorrollen stehen in einer gemeinsamen Ansicht.

So lässt sich eine Veränderung des Verbrauchs gemeinsam mit den Betriebsparametern betrachten. Das kann eine gezielte technische Prüfung vorbereiten. Ob tatsächlich eine Störung oder ein Optimierungspotenzial vorliegt, ergibt sich jedoch erst aus der fachlichen Bewertung der Daten und der Anlage.

Gebäude-Energieberichte einfacher vorbereiten

Ein Gebäude-Energiebericht sollte mehr leisten, als Verbrauchswerte abzubilden. Für Betreiber ist vor allem relevant, wie sich ein Gebäude im Berichtszeitraum entwickelt hat, welche Auffälligkeiten untersucht wurden und welche Maßnahmen daraus folgen.

Hier kann das Datenstudio wiederkehrende Arbeit vereinfachen: Die für einen Bericht relevanten Ansichten müssen nicht jedes Mal aus einzelnen Zählerdaten neu zusammengesetzt werden. Gebäude- und anlagenbezogene Auswertungen können als gemeinsame Datengrundlage dienen – beispielsweise für:

  • die Verbrauchsentwicklung eines Gebäudes über einen festgelegten Zeitraum;
  • Vergleiche mit einer Vorperiode oder dem Vorjahr;
  • die Einordnung von Verbrauchswerten anhand technischer Betriebsparameter;
  • die Dokumentation von Datenlücken oder unplausiblen Messwerten;
  • die erneute Prüfung der Daten nach einer betrieblichen Maßnahme.

Ein möglicher Ablauf: Das technische Team betrachtet monatlich den Kälteverbrauch eines Gebäudes zusammen mit Vorlauf, Rücklauf und Temperaturdifferenz. Im Energiebericht hält es fest, welcher Zeitraum untersucht wurde, ob die Daten plausibel sind, welche Veränderung auffällt und ob eine weitere Prüfung erforderlich ist. Im Folgemonat kann dieselbe Auswertung erneut herangezogen werden.

Das Datenstudio bereitet damit den datenbezogenen Teil eines Berichts vor. Es ersetzt nicht die fachliche Bewertung und erstellt nach dem hier gezeigten Funktionsumfang auch nicht automatisch einen vollständigen Energieberatungsbericht.

Dokumentierte Datenprüfung mit Erkenntnissen zu vermischten Messreihen, Untersuchungszeitraum und Hinweisen zur Datenlieferung
Erkenntnisse dokumentieren: Die Auswertung hält Untersuchungszeitraum, Befunde und Hinweise zur Datengrundlage zusammen fest.
Tabellen betroffener Wärme- und Kältezähler mit einer Einordnung gemeinsamer und abweichender Zeiträume
Prüffälle einordnen: Betroffene Zähler werden gruppiert und anhand ihres zeitlichen Verhaltens beschrieben.

Daten prüfen, bevor Schlüsse gezogen werden

Ein Bericht ist nur so belastbar wie seine Datengrundlage. Deshalb gehört zur Auswertung auch die Frage, ob Messwerte vollständig und plausibel sind. Im Cosmos Datenstudio sind unter anderem Auswertungen zu unplausiblen Messwerten, Zählerständen und Datenlücken angelegt.

Bei einer Datenprüfung ist zudem eine Aufgabe verknüpft. So kann ein erkannter Prüfbedarf mit einem nächsten Bearbeitungsschritt verbunden werden. Ob eine spätere Maßnahme wirksam war, muss anschließend anhand der Betriebsdaten erneut geprüft werden.

Tagesübersichten zweier Zähler mit markiertem Beginn zusätzlicher Messreihen und Tabellen mit Zahlenbeispielen
Auffälligkeiten nachvollziehen: Tagesverläufe und konkrete Zahlenbeispiele unterstützen die Prüfung unplausibler Messwerte.

Vom Messwert zur nachvollziehbaren Entscheidung

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Diagramme in einen Bericht zu übernehmen. Entscheidend sind die richtigen Fragen: Stimmen die Daten? Welche Verbraucher und Betriebsparameter gehören zusammen? Wo ist eine genauere Prüfung sinnvoll? Und was hat sich nach einer Maßnahme verändert?

Wiederverwendbare Auswertungen machen diese Fragen im laufenden Betrieb und im nächsten Gebäude-Energiebericht leichter nachvollziehbar. Die Entscheidung über eine Maßnahme bleibt beim verantwortlichen Team – ihre Datengrundlage wird klarer.